Topografie und Historie Holzeraths

Die 676 ha große Gemarkung hat hier überwiegend Anteil an der Nordseite des Quarzitrückens des Osburger Hochwaldes und ist bewaldet. Zwischen Riveris und Ruwer öffnet sich nach Norden die Schieferhochfläche. Eine Vielzahl hier entspringender Quellen bildet nördlich und südlich der Ortslage Bäche aus, die der Ruwer zufließen. Die Bäche und Quellen haben sich in das Landschaftsrelief der sich von Ost nach West von 650 auf 400 m abflachenden Gemarkung eingegraben. So wird der Ort an der Südseite vom Steilabfall zum Grindelbach (für Holzerather: Grennerich) begrenzt.

Der Siedlungsplatz orientiert sich über einen Bacheinschnitt an der Gabelung der Straße von Osburg in die Verbindungswege nach Bonerath und Schöndorf.

In der Gemarkung finden sich zwei Stellen mit römischen Bautrümmern. Am höchsten, heute bewaldeten ortsnahen Bereich befand sich ein vielleicht noch früher zu datierender Viereckwall. Die Besiedlung brach mit dem Ende der Römerherrschaft ab. Der Name des erstmals 1265 genannten Ortes gibt seine Entstehung als Rodungssiedlung klar zu erkennen.

1265 übergab Erzbischof Werner von Falkenstein an Friedrich von Brandenburg als Herr von Meisenburg-Clerf Güter zu Holzerath, die zum Amtsgut des erzbischöflichen Truchseß gehörten. Damit zählte Holzerath zumindest teilweise zu der kleinen Herrschaft, die sich aus dem Amtsgut entwickelte und welche die Grundherrschaft und Hochgerichtsbarkeit über Schöndorf, Hinzenburg und Holzerath umfaßte. Holzerath ist geschichtlich eng mit Schöndorf verbunden, das 1569 als Pfarrort der Filiale Holzerath genannt ist.

Andererseits wurde Holzerath nicht zum Amt Pfalzel, sondern zum Amt Grimburg und zu dessen Pflege Kell gerechnet. Hier überliefern sich ältere Zusammenhänge. Im um 1220 entstandenen erzbischöflichen Urbar ist unter dem Dorf Kell ein Bienenhof aufgeführt, der sich in der Flurbezeichnung Im Zeidelhuf überliefert. Über die Zeidelhufe und eine im Bezirk Kell genannte Forsthufe behielt der Kurfürst laut dem Feuerbuch von 1563 die Herrschaft und Gerichtsbarkeit. Die ältere Zugehörigkeit des ganzen Bereiches zum kurfürstlichen Hofgericht der Forsthöfer teilt sich in der späteren kurfürstlichen Mitsprache im Bereich des Dorfes mit.

Holzerath behielt eine bescheidene Größe, die 1542 fünf und 1563 sechs Feuerstellen aufwies. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war die Zahl der Feuerstellen auf drei zurückgegangen und erreichte dann erst 1684 wieder eine konstant bleibende Zahl von fünf. Das 1788 99 Einwohner zählende Dorf wurde in französischer Zeit der Mairie und späteren preußischen Bürgermeisterei Schöndorf zugeordnet. Ähnlich wie Hinzenburg erreichte Holzerath außer einer Filialkirche keine gemeindlichen Einrichtungen. 1953 erhielt der Ort eine Schule.

Die Einwohnerzahl stieg bis 1818 auf 186 und betrug von 1843 bis 1905 konstant um 220. Von 1950 bis 1986 stieg sie von 326 auf 385. (Anm. des Erfassers: 01. März 1999: 469)

Die historische Ortsbebauung richtete sich nach der Quelle und entlang der alten Verbindungsstraße zum Nachbarort Bonerath (St. Helenastraße, für Holzerather: Theilenaecken) aus. Die nach Osten ansteigende und im Bogen entlang des Steilabfalls zum Grindelbach geführte Röerstraße erlaubte auf der Südseite eine flächenhafte Ausweitung der Bebauung. Blickpunkt an der Einmündung der St. Helenastraße in die Römerstraße (L 146) ist die Filialkirche (für Holzerather: Uss Kabell). Im Bild der Bebauung zeigen sich mehrere Strukturen. Die ursprünglich einzeilig, jetzt auch an der Hangseite bebaute St. Helenastraße bildete eine langgestreckte Trierer Zeile von über 150 m Länge. Der historische Zeilencharakter aus niedrigen zweigeschossigen Quereinhäusern ist durch Neubauten und Umnutzungen mit Veränderungen nicht mehr erlebbar. Die Nordzeile der ansteigenden Römerstraße weist im sogenannten Oberdorf straßenparallele, heute veränderte Quereinhäuser in Einzelstellung oder kurzen Zeilen auf. Dem entspricht auch die Straßeneinfassung auf der gegenüberliegenden Zeile. Sie wurde rückwärtig mit quer und gegeneinander versetzten Quereinhäusern hinterbaut. Die 1945 unter Beschuß gelegene Gemeinde hat sich durch Neubaugebiete und die Ausweitung entlang der Straße nach Schöndorf vergrößert. Der das gemeindliche Zentrum bezeichnende Kreuzungsbereich wurde durch den Abbruch des Bereiches Hirtenhaus geöffnet. An der L 146 steht am Waldessaum der Gemarkungsgrenze zu Bonerath ein aus Dankbarkeit von Kriegsheimkehrern 1871 errichtetes, teils erneuertes Wegekreuz neben einem Soldatengrab von 1945.

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